Forschungsprojekt AsyLSBTIQ*


Schätzungsweise 5-10% aller in Deutschland lebenden Menschen sind Teil der LSBTIQ-Community (lesbisch, schwul, bisexuell, transident, intersexuell, queer). Es ist anzunehmen, dass diese Prozentzahl bei Geflüchteten nochmals erhöht ist, da die sexuelle Orientierung bzw. Geschlechtsidentität für einige Menschen ein Fluchtgrund sein kann. Im Zuge der vermehrten Immigration sind somit auch viele LSBTIQ-Geflüchtete nach Deutschland eingereist.

Das Forschungsprojekt AsyLSBTIQ* beschäftigt sich mit dem psychischen Wohlbefinden und der gesellschaftlichen Teilhabe von LSBTIQ-Geflüchteten in Deutschland. Es wird vom Ministerium für Kinder, Familie, Flucht und Integration (MKFFI) des Landes NRW gefördert.

Es sollen insbesondere drei Fragestellungen untersucht werden:
1. Was sind die psychosozialen Ressourcen und Belastungen von LSBTIQ-Geflüchteten?
2. Welche spezifischen Herausforderungen und besondere Bedürfnislage zeigen sich?
3. Wie ist der Stand ihrer gesellschaftlichen Teilhabe und wie ist ihre Anbindung an Unterstützungsangebote?

Bisher gibt es wenig Forschung zu LSBTIQ*-Geflüchteten. Bestehende Forschung zu Geflüchteten bzw. zu Angehörigen der LSBTIQ*-Community weist darauf hin, dass es in der jeweiligen Gruppe ein erhöhtes Risiko für psychische Erkrankungen gibt, z.B. aufgrund von gesellschaftlicher Diskriminierung. Es ist denkbar, dass in der z.T. „doppelt diskriminierten“ Population von LSBTIQ-Geflüchteten spezifische Stressoren und Herausforderungen vorliegen.

Das Ziel des vorliegenden Forschungsprojektes ist, systematisches, wissenschaftlich fundiertes Wissen zur psychosozialen Lage und Anbindung von LSBTIQ*-Geflüchteten in NRW zu generieren. Hierbei werden sowohl qualitative Methoden der Datenerhebung (Interviews in sogenannten Fokusgruppen) als auch quantitative Methoden (ein Online-Fragebogen für LSBTIQ*-Geflüchtete sowie deutsche Mitglieder der LSBTIQ*-Community) genutzt. Indem LSBTIQ*-Geflüchtete miteinbezogen werden, sollen diese selbst unterstützt und gestärkt werden (Hilfe zur Selbsthilfe/Empowerment).


Team:
Prof. Dr. Birgit Leyendecker & Julian Busch, M.Sc.

Jasmine Golembe, B.Sc.
Anna Gundlach

Kontakt:
asylsbtiq@rub.de

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